​Gewaltprävention durch Sport

  1. Körperlichkeit und Gewalt
  2. Bewegung und Anerkennung – Schutzfaktoren gegen Gewaltentwicklungen
  3. Die Grundlagen der Gewaltprävention durch Sport
    1. Die Erfüllung von Grundbedürfnissen
    2. Normerleben und Normlernen im Sportspiel
    3. Schutzfaktoren gegenüber gewalttätigem Verhalten
    4. Das sportliche Band zur Konformität
  4. Handlungsvorschläge zur Anti-Agressivitäts-Erziehung im Sport
    1. Thematisierung und Ächtung von Gewalt im Sport
    2. Das „Fair Play Game“
    3. Sport ist nur ein Spiel
    4. Sport kann auch Abenteuer sein
    5. Konstruktive Eliminierung von Gewalt aus dem Schulsport
    6. Opfer stärken

​1. Körperlichkeit und Gewalt

​In der Erziehung zur Gewaltlosigkeit wird bisher der Aspekt der Körperlichkeit als Ausgangs- und Bezugspunkt vernachlässigt. Dies beruht darauf, dass Pädagogik und Sozialisationsforschung die körperlichen und motorischen Seiten der Persönlichkeitsentwicklung weitgehend ausgeklammert haben. Weiterführende Überlegungen zur Gewaltprävention müssen mehr als bisher das Zusammenspiel von Körper und Psyche erfassen.1 So bestehen einerseits biogenetisch und temperamentsabhängige Bewegungspotentiale der Schüler und andererseits soziale und rechtliche Definitionen, die Körper und Bewegung im sozialen Zusammenleben regeln und so der Psyche vorschreiben, wie sie mit dem Körper umzugehen hat. Da körperliche Kraftentfaltung als natürliches Verhalten nicht zu eliminieren ist, muß der Umgang damit gelernt werden. Entscheidend geht es darum, zwischen erlaubter, teilweise sogar erwünschter Kraftentfaltung und unerlaubter Schädigung eines anderen sicher unterscheiden zu lernen.

Biologische Bedingungen, die diese Unterscheidungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen, treffen vor allem männliche Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Bei der Gewaltkriminalität sind sie gegenüber den Mädchen um das 5- bis 10-fache (je schwerer das Delikt desto stärker) und selbst gegenüber erwachsenen Männern um das 3-fache überrepräsentiert. Hier liegt also der Brennpunkt der Gewaltprävention, d. h. Körperlichkeit und psychische Selbstkontrolle in Einklang zu bringen. Der Sport stellt dafür ein gerade für die gefährdete Zielgruppe attraktives und wirksames Übungsfeld dar. Die häufig noch anzutreffende Vorstellung von Sport als bloßes Ventil für zuviel aufgestauten Dampf (Aggression) bei Jugendlichen wird den viel weiter greifenden Möglichkeiten der Erziehung zur Gewaltfreiheit nicht gerecht.

Der Sport mit der notwendigen und zwangsläufigen Verknüpfung von physischer Kraftentfaltung und Spielregel im Sportspiel ist ein relativ überschaubares und simples Systemabbild der Reglementierung von Gewalt. Das Sportspiel ist weithin gekennzeichnet durch den gemeinsamen Wunsch der Partner bzw. „Gegner“, körperliche Kraftakte auszuführen. Im Vertrauen auf die gewaltbegrenzenden Spielregeln verliert sich die Angst vor der gegeneinander gerichteten körperlichen Kraftentfaltung. Die Übereinkunft und die Spielregeln modellieren den Kraftakt zum Nutzen und zur Freude der Beteiligten. Im Sportspiel wird Kraft sozial verträglich eingesetzt. Dazu gehört auch die Erfahrung physischer Streßsituationen und der Erkenntnis daraus resultierender Emotionen und ihrer psychischen Verarbeitung.

 

2. Bewegung und Anerkennung – Schutzfaktoren gegen Gewaltentwicklungen

Aggressives Verhalten entwickelt sich häufig in fatalen Wechselbeziehungen. Ein hyperaktives Kind trifft auf eine ruhebedürftige Umgebung – insbesondere auf wenig verständnisvolle Erziehungspraktiken der Eltern. Kindergarten und Schule können die Lage verschlimmern, indem der Bewegungsdrang weiterhin unterdrückt wird. Das ursprüngliche Problem (Hyperaktivität) schaukelt sich in der sozialen Interaktion immer weiter auf und kann schließlich im Einzelnen unbemerkt eine Gewalttäterpersönlichkeit hervorbringen. Der entscheidende Gegenakzent besteht darin, die vorgegebene körperbezogene Persönlichkeitsstruktur in soziale Bahnen zu lenken. Schulsport mit entsprechender Motivation und Anerkennung der Leistungen in Verbindung mit weiteren bewegungsorientierten Freizeitmöglichkeiten, z. B. im Verein, wirken verhängnisvollen Entwicklungen entgegen.

Am Ende sollte man nicht vergessen, dass dem Sport nicht nur bei der individuellen Gewaltprävention eine Aufgabe zukommt, sondern auch im Rahmen der zivilisatorischen Entwicklung. Der Sport ist ein Mittel der Bändigung von Gewalt und Lernfeld der Selbstdisziplinierung.2

3. Die Grundlagen der Gewaltprävention durch Sport

3.1. Die Erfüllung von Grundbedürfnissen

Entwicklungen zur Gewalt werden nach übereinstimmenden Erkenntnissen durch Störungen menschlicher Grundbedürfnisse negativ beeinflußt. Drei Bereiche sind dabei relevant3:

  • Emotionale Zuwendung
  • Rang und Einfluß in der Gruppe
  • Bewegungsbedürfnisse im Sinne von Aktivität und Erregung

Alle drei Grundbedürfnisse können durch sportliche Angebote in der Schule günstig beeinflußt werden.

Das vielfach affektive Erleben des Sports bietet gute Voraussetzungen für Formen emotionaler Zuwendung, von der nervösen Gespanntheit vor dem Ereignis bis zur Freude oder Trauer nach einem Spiel. Hieraus ergebt sich ein Wir-Gefühl zu Sportlehrern und zu Mitschülern mit den bekannten sozialpsychologischen Vorteilen. Entsprechende Emotionen sind hier zu fördern.

Im Gruppenerlebnis des Sportspiels bilden sich im günstigsten Fall Strukturen, die jedem Mitspieler – auch den schwächeren – ihre Rolle und Einfluß unter dem Aspekt der Fairness miteinander und gegenüber der anderen Mannschaft sichern.

Das dritte Grundbedürfnis wird durch sportliche Tätigkeit unmittelbar erfüllt: Erkundungs- und Neugiermotivation sind insbesondere bei Kindern und Jugendlichen stark körperbezogen und bewegungsorientiert. In dem ersten Stadium tragen alle möglichen Formen freier Bewegung und das Spiel zum Aufbau der Motorik im sozialen Kontext bei. Entsprechende Entfaltungsmöglichkeiten sind dagegen beängstigend klein. Die Zerstörung lokaler Lebensräume, die Entwertung des sozialen Nahraums und die Mediatisierung der kindlichen Erfahrungswelt stehen dem entgegen und hinterlassen allenfalls verinselte Lebensräume und Bewegungsghettos. Daraus können negative Auswirkungen für das Bewegungs- und Körpererleben und damit auch für die Identitätsentwicklung entstehen. Damit machen die modernen Lebensbedingungen mehr und mehr institutionellen Sport zur Erfüllung des Grundbedürfnisses notwendig. Der Schulsport wird zur unverzichtbaren Institution. Mindestens 2 Zeiteinheiten pro Woche sollten mit Blick auf die genannten Vorgaben üblich sein.

Die unmittelbare Erfüllung des Grundbedürfnisses auf Befriedigung trägt dazu bei, stoffliche Ersatzbefriedigungen (Nikotin, Alkohol, Drogen) zu vermeiden.

3.2. Normerleben und Normlernen im Sportspiel

Wesentliches Element der Erziehung zur Gewaltfreiheit ist – wie eingangs dargelegt – der an Normen und der Sensibilität für den potentiellen Schaden eines Opfers orientierten und selbstkontrollierten Umgangs mit der körperlichen Kraft. Der Sport bietet dazu das ideale Übungsfeld. Für das Sportspiel sind Regeln fundamental. Sie können als typische Handlungsmuster beschrieben werden, die bei häufig gleichgerichteter sozialer Erfahrung Regelkompetenz und Regelbewußtsein als Basis sozialen Verhaltens vermitteln. Die Spielregeln lassen genügend Raum für auszuhandelnde Interaktionsprozesse. Hierbei kommt es auf die Erfassung von Sinn und Zweck des Spiels an. Sport ist ein Trainingsfeld für Konfliktregelungen.

Häufiger Perspektivenwechsel erhöht die Kompetenz zur Bewältigung sozialer Situationen. So umfaßt der Sport verlieren und gewinnen, Konkurrenz und Kooperation, Gemeinschaft und Individualismus, Großzügigkeit und Egoismus. Vielfach wird der Sportler als Schiedsrichter auch in die Position der Neutralität gesetzt. Akteur und Schiedsrichter zugleich ist eine ideale Lernposition für soziale Normen. Der Sportler wird in emotional gefärbten Situationen mit seinen unmittelbaren Reaktionen konfrontiert und lernt sie kennen. Er lernt, Emotionen zu kontrollieren und zu verarbeiten.

3.3. Schutzfaktoren gegenüber gewalttätigem Verhalten

Die aktuelle Gewaltforschung hat entdeckt, dass selbst Jugendliche mit hohem Risikofaktor für aggressives Verhalten unauffällig bleiben, wenn bei ihnen protektive Faktoren aktiviert werden können. Die von außen zu beeinflussenden sind dabei im wesentlichen4:

  • Positives Selbstkonzept mit aktivem Konfliktbewältigungsverhalten in Problemsituationen
  • Prosoziale Interessen und produktive Freizeitgestaltung
  • Hilfe und Unterstützung durch soziale Beziehungen außerhalb der Familie
  • Klare Organisationsstrukturen der Erziehung
  • Zielorientierung

Es ist offensichtlich, dass die gefundenen Schutzfaktoren mehr oder weniger stark auch im Schulsport aktiviert werden können:

Bei „Problemschülern“ mit Aktivitätsdrang besteht die Möglichkeit, in der sportlichen Tätigkeit ein positives Selbstkonzept zu entwickeln. Schülern, die ihre Freizeit „vergammeln“, kann der Weg zur produktiven Beschäftigung im Sport vermittelt werden. Besonderes Gewicht erhalten diese Bemühungen, wenn sie auch auf soziale Beziehungen im Sportgeschehen gerichtet sind, äußeren Halt geben und Leistungsanreize für weiter gesteckte und langfristige Ziele enthalten (Mannschaftsbildungen, Wettkämpfe auf Schulebene und darüber hinaus).

3.4. Das sportliche Band zur Konformität

Das beste Mittel gegen die Ausprägung oder Verstärkung jugendlicher Entwicklungen zur aggressiven Haltung ist generell die möglichst starke Bindung an Menschen und Institutionen.  Auf 3 Ebenen werden solche sozialen Bänder vor allem relevant5:

  • Bindung an und Zuneigung zu konformen Personen:
    Der Sportlehrer muß versuchen, die im Sport unmittelbar zu erlebenden positiven Erfahrungen der Fairness und Sensibilisierung für andere zu vermitteln. Als Vorbild hat er hier die größte Wirkung.
     
  • Institutionelle Einbindung:
    Schulsport muß als Lebensraum gestaltet werden, in den es sich lohnt zu investieren. Training, Leistungsorientierung im Verbund mit Fairness zeigen im Teilbereich die positiven Auswirkungen von konformem Engagement.
     
  • Einbindung und Inanspruchnahme durch Sport:
    Hier liegt der unmittelbare Bezug zur Gewaltverhütung. Wer sportlich trainiert, Disziplin zeigt, Termine einhält und zeitlich eingebunden ist, wird schon durch den äußeren Rahmen von aggressivem Verhalten abgehalten. Wer „sportelt“, prügelt (zumindest in dieser Zeit) nicht! Wichtig ist es, die Jugendlichen im Schulsport für weitere Aktivitäten in der Freizeit,in Schule und Verein zu motivieren.
     
  • Einübung der Werthaltung Fairness
    Eine faire Grundeinstellung, deren Wert im Sport erfaßt und geübt wird, bildet eine entscheidende innere Barriere gegen schädigende Gewaltanwendungen. Hierin liegt das Fern- und Endziel schulsportlicher Erziehung.

4. Handlungsvorschläge zur Anti-Aggressivitäts-Erziehung im Sport

4.1. Thematisierung und Ächtung von Gewalt im Sport

Zunächst muß Gewalt im Sport thematisiert werden. Anknüpfungspunkte sind eigene Erfahrungen und vor allem die allen bekannten Großereignisse des Leistungsports mit Begleiterscheinungen wie Gewalthandlungen von Fans. Es steht nämlich außer Frage, dass die Gewaltbereitschaft im Sport stark durch die Modelle des Spitzensports geprägt wird. Der faire Leistungssportler verdient Anerkennung und nicht der, der den Sieg auch um den Preis der Gewalt sucht.

In kreativer Form können die Schüler selbst Regeln finden und danach spielen, die jede Form von  Gewalt ausschließen. Als Beispiele seien genannt: Ballspiele wie Basketball, anders als das mediale Vorbild – ohne jeden Körperkontakt. Denkbar sind auch kooperativ geänderte Regeln: Volleyball mit der Vorgabe, den Ball möglichst lange im Spiel zu halten. Danach fällt es leichter, die Regeln der Fairness auch im erlaubten Kampf einzuhalten.

4.2. Das „Fair Play Game“

Verhaltensverstärkung durch Belohnung ist wirksamer als Verhaltensunterdrückung durch Strafe. Aus dieser Feststellung läßt sich der Schluß ziehen, dass faires Verhalten als Belohnungskriterium zur Erfolgsfeststellung heranzuziehen ist, z. B. wie folgt:

In jeder Stunde gibt es einen Spielbeobachter, der nicht der Lehrer sein muß, der aufzeichnet, wann sich ein Schüler störend-aggressiv und wann er sich besonders fair verhalten hat. Die Teams oder Schüler mit wenigen negativen und vielen positiven Punkten erhalten eine Belohnung, die sich auch in der Note niederschlagen kann.

Mit entsprechenden „Good Behavior Games“ wurde bei amerikanischen Erziehungsexperimenten ein  Rückgang aggressiver Akte an Schulen festgestellt.

4.3. Sport ist nur ein Spiel

​Eine spielerische Einstellung im Sport kann trotz hoher Leistungsbereitschaft und Motivation aggressionsfördernde Frustration verhindern und zu einer gekonnten Verarbeitung von Sieg und Niederlage beitragen.

Der Gewinner eines Sportspiels, eines körperlichen Leistungsvergleichs oder einer Selbstherausforderung darf seine Freude und sonstigen positiv erlebten Empfindungen voll auskosten. Der Verlierer wird geschont, denn er kann seine negativen Gefühle mit der gängigen Sportphilosophie lindern oder ganz neutralisieren („Dabeisein ist alles“ oder es ist nur ein Spiel und sonst gar nichts“).

Positive wie negative Gefühle im Sport sollten nicht unterdrückt werden.

4.4. Sport kann auch Abenteuer sein

Ein ganzheitlicher Ansatz, der Bewegung, Abenteuer und gemeinsames Erleben zusammenbringt, sind erlebnispädagogische Unternehmungen wie sie im Rahmen von Projektwochen durchgeführt werden können: Fahrradtouren, Bergwanderungen, Kajakfahren, Skifahren u. a. bieten sich hier an. Hier werden alle gewaltpräventiven Faktoren, wie sie oben (3) dargelegt wurden, aktiviert.

4.5. Konstruktive Eliminierung von Gewalt aus dem Schulsport

Jegliche Gewaltverhütung beginnt damit, dass Regelverletzungen durch Anwendung unerlaubter – insbesondere nackter – Gewalt sofort erkenntlich markiert und damit isoliert werden. Geschieht dieses nicht mit entsprechender Klarheit und Konsequenz, entstehen bei allen Beteiligten Zweifel und Unsicherheiten bezüglich des eigenen zukünftigen Verhaltens im Spiel. Wenn durch das gewalttätige Verhalten gar noch   (Teil-)Erfolge erzielt werden, ergibt sich für alle anderen ein Sog zur Regelverletzung, der in den Teufelskreis der Gewalt münden kann.

Beispiel: Reagiert ein Schiedsrichter in einem Fußballspiel im Grenzbereich gewaltrelevanter Regelverletzungen zu lange nicht oder unsicher und schwankend, eskalieren die gewaltsamen Regelverletzungen bis zu einem Punkt, wo das Spiel aus den Fugen gerät.

Nur schnelles und sicheres Eingreifen verhindert solche Entwicklungen. Dabei empfiehlt sich folgender Ablauf:

  1. Spielunterbrechung
  2. Klare Signale an den Täter (Verantwortungsfeststellung und Konsequenzen verdeutlichen)
  3. Opferhilfe (falls notwendig)
  4. Konfliktparteien beruhigen

Die Richtung der Sanktion – und das ist wichtig – ist der regelverletzende Akt, nicht die Abqualifizierung des Spielers als Persönlichkeit. Mit der Sanktionierung soll dem Regelverletzter und den anderen das Unrecht des Akts vor Augen geführt werden, der Schüler soll aber zugleich die Chance erhalten, sich von diesem Akt selbständig autonom zu distanzieren. Es wird ihm zu verstehen gegeben, dass er zwar gefehlt hat, dennoch aber zur Gemeinschaft der Spieler gehört. Die Sanktion sollte die Botschaft enthalten: Du hast dich zwar falsch verhalten, aber du gehörst zu uns! Dieses Vergehen enthält die beiden wesentlichen Elemente der Gewaltprävention: sofortige Isolierung von Gewaltakten und zugleich Integration des Täters6.

Dieses Lernmodell im sportlichen Spiel kann darüber hinaus zur Weiterentwicklung der Selbstkontrolle bei den Schülern führen und kann die Gemeinschaft stärken. Nach gesicherten Erkenntnissen sind Sanktionen jedenfalls dann besonders wirksam, wenn sie innerhalb einer intakten Gemeinschaft ohne Ausgrenzung erfolgen.

4.6. Opfer stärken

Menschen sind in unterschiedlicher Weise anfällig, Opfer gewaltsamer Übergriffe zu werden. Als ein Schutzfaktor gilt dabei das Selbstbewußtsein und die Handlungskompetenz des Opfers. Diese können durch sportliche Betätigung allgemein gestärkt werden.

Wichtig ist aber vor allem, dass Gewaltopfer im Sport nicht als Verlierer betrachtet werden, denen man sogar die Schuld zuschiebt („Warum ist er auch so ungeschickt hingefallen“). Opferabwertungen als Rechtfertigung der Gewalt ist energisch entgegenzutreten.

Quellennachweis

1 Siehe dezidiert Hurrelmann, Einführung in die Sozialitationstheorie, 5. Aufl., Weinheim u.a. 1995, S.228 ff.
2 Elias, N. / Dunning, E.: Sport im Zivilisationsprozeß, Münster o.J.; Krockow, Ch. Graf v.: Sport, Gesellschaft, Politik, München 1980.
3 Rolinski, K.: Politische Gewalt und Grundbedürfnisse in Rolinski, K.; Eibl-Eibesfeld, I. (Hrsg.): Gewalt in unserer Gesellschaft, Berlin 1990, S.18 ff.
4 Lösel, F.: Protective Effects of Social Ressources in Adolescent at High Risk for Antisocial Behavior, in Weitekamp, E. / Kerner, H.-J. (ed.): Cross-National Longitudinal Research of Human Development and Criminal Behavior, London u.a. 1994, S.281 ff.
5 Hirschi, T.: Causes of Delinquency, Berkely 1969.
6 S. näher zu Wirkung der Strafe im Sport, Rössner, D.: Strafe / Sühne, in Gruppe, O. / Mieth, D. (Hrsg.): Lexikon der Ethik im Sport, Schorndorf 1998, S.538 ff.